Bingen/ Ingelheim Wochenblatt

07.11.20 | Wald

Klima schützen und Wald retten

Landesforsten-Initiative „MeinWaldKlima“ gestartet – im Alltag nachhaltig aktiv werden

von Nicole Weisheit-Zenz

 „Klimaschutz ist der beste Waldschutz“, betonte Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken zur Eröffnung der Landesforsten-Initiative „MeinWaldKlima“. Denn nur wirkungsvoller Klimaschutz könne unseren Wald mit seinen lebenswichtigen Leistungen erhalten.

Umwelt- und Forstministerin Ulrike Höfken, hier mit Förster Martin Grünebau, wirbt für die Initiative. Foto: Nicole Weisheit-Zenz

Zu trocken zum Pflanzen

Ursprünglich war geplant, dass die Ministerin die Pflanzsaison im Lennebergwald bei Mainz eröffnet. Förster Martin Grünebaum hielt einen kleinen Feldahorn-Baum bereit, doch die Spatenstiche zeigten: Trotz der Niederschläge in den Vortagen war der Boden viel zu trocken. Nun bleibt die Hoffnung auf mehr Regen, damit die Forstleute mit den Pflanzungen beginnen können. Auch für sie ist es ein Alarmzeichen, das aufrütteln soll. Generell wird versucht, die Wälder in der Klimakrise bestmöglich zu stabilisieren. Auch die natürliche Ansamung heimischer Baumarten wird gefördert.Gepflanzt wird eher punktuell, meist als Mischung mehrerer Arten. Erreicht werden sollen vor allem standort-gerechte, artenund struktur-reiche Mischwälder. Sie sollen besser mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen. Auch Stürme und Schädlinge machen Wäldern zu schaffen. „Die Waldkrise verursachte seit 2018 knapp zehn Millionen Festmeter Schadholz. 2020 mussten über fünf Millionen Bäume notgeerntet werden“, so die Ministerin. Zudem sind rund ein Viertel der Setzlinge vom Frühjahr vertrocknet. Auch im Lennebergwald sind Bäume ganz oder teils abgestorben. Damit sie keine Gefahr sind, mussten Wege gesperrt werden.

„Du brauchst den Wald und er braucht dich“

Motto der neuen Initiative, um mehr Herz für den Wald zu zeigen.

Initiative für das Waldklima

Dies verdeutlicht die Initiative „MeinWaldKlima“ von Landesforsten Rheinland-Pfalz, mit neuer Internetseite und Plakaten, mit Social-Media-Aktionen und einem Mitmach-Heft. Gezeigt wird, was der Wald alles leistet und wie er durch die Klimakrise zerstört wird. Im November gibt es in mehreren Städten große Aushänge zur Verbindung zwischen Wald und Menschen, mit Foto-Collagen und Botschaften wie „Ich gebe dir Luft zum Atmen“, „Ich bin deine liebe Heimat“ oder „Ich bin dein Lebensraum“. Auf dunklem Hintergrund wird gezeigt, dass der Wald umgerissen oder überhitzt wird. „Ziel ist, die Menschen in RheinlandPfalz als engagierte Wald-KlimaAktivisten zu gewinnen“, wirbt Ulrike Höfken. Nach dem Motto „Du brauchst den Wald und der Wald braucht dich“ sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihr Herz für den Wald zu zeigen.

Wald hat viele Funktionen

Dabei haben gerade 2020 viele die Wälder neu schätzen gelernt, zum Entspannen und Erholen beim

Spazieren, Wandern, Joggen oder Radeln. Generell bringt der Wald als „grüne Lunge“ viele gesellschaftliche Leistungen, von denen alle profitieren: Er schenkt Luft zum Atmen und speichert CO2-Emissionen, bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere, Pflanzen und Pilze, bremst Stürme und Sturzbäche, dient der Wasserversorgung, bietet Arbeitsplätze, liefert den umweltfreundlichen Rohstoff Holz.

Preise fürs Mitmachen

Unter www.meinwaldklima.de gibt es weitere Infos. In den sozialen Medien lassen sich Bilder posten mit Lieblingsmotiven aus dem Wald – #MeinWaldklima. Klimafreundliches Handeln wird durch Preise belohnt, die in mehreren Runden verlost werden. Ein Aktionsheft kann über die Webseite abgerufen oder in Forstämtern abgeholt werden. Bei der „Waldklima-Challenge“ und natürlich auch weit darüber hinaus zähle jeder Beitrag, bestätigt Förster Martin Grünebaum, um das Verhalten zu ändern. Ähnlich wie Bäume Jahrzehnte zum Wachsen brauchen, soll nachhaltig umgedacht werden.

Das geht uns alle an

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist das Thema Gesundheit in der Öffentlichkeit omnipräsent. Wie die Gesundheit der Wälder in Deutschland, Europa und der ganzen Welt mit der Gesundheit der Menschen zusammenhängt, ist weniger bekannt. Das will der Arbeitskreis Redaktion ändern. In Kooperation mit dem WWF wird eine gemeinsame Kampagne zum Thema Wald unter dem Dach der BVDA-Kampagne „Das geht uns alle an“ gestartet.

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