VRM Wochenblätter

Zum 50. Geburtstag gibt es fast 50 Konzerte 

Nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie ist der Hunger nach Kultur und Ausgehen groß

von Redaktion

Weilburger Schlosskonzerte werden 50 Jahre alt. Foto: Andriy Solovyov

Da trifft es sich gut, dass es in diesem Jahr Anlass zum Feiern gibt: Die Weilburger Schlosskonzerte werden nämlich 50 Jahre alt. 

Vor diesem Hintergrund lädt Stephan Schreckenberger, der seit rund elf Jahren Intendant der Weilburger Schlosskonzerte ist, dazu ein, das alle Generationen verzaubernde und überraschende Jubiläumsprogramm zu erleben. Die Saison, die fast 50 interessante Konzerte zu bieten hat, findet von Samstag, 4. Juni, bis Samstag, 6. August, statt. Die barocken Schauplätze der Konzerte in der Schlossanlage der Weilburger Festspielresidenz liefern den perfekten Rahmen. Nicht nur den eigenen Geburtstag gilt es bei den Internationalen Musikfestspielen in Weilburg zu feiern. Auch der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens, der eigentlich schon 2020 begangen werden sollte, zieht sich wie ein roter Faden durch das Veranstaltungsprogramm. So steht das fünfte der zehn Konzertwochenenden sogar ganz im Zeichen des großen Meisters. 

In den Konzerten „Beethoven Pur I“ am Freitag, 1. Juli, setzen ihm Matthias Kirschnereit am Klavier und das Göttinger Symphonieorchester mit dem vierten Klavierkonzert G-Dur op. 58 und der sechsten Sinfonie, der Pastorale, ein Denkmal. Bei „Beethoven Pur II“ am Samstag, 2. Juli, widmen sich Diana Adamyan (Violine) und ebenfalls das Göttinger Symphonieorchester, auch hier unter dem Dirigat von Nicholas Milton, seinem Violinkonzert in D-Dur und seiner ersten Sinfonie. 

Ein reiner Beethoven-Klavierabend mit Matthias Kirschnereit von seiner Pathétique bis zur Mondscheinsonate wartet in der Matinee am Sonntag, 10. Juli, ab 11 Uhr in der Unteren Orangerie auf seine Fans. Für alle, die noch mehr Beethoven erleben möchten, gibt es bei „Drei auf einmal“ mit dem Trio E.T.A. mit Violine, Violoncello und Klavier und der Philharmonie Baden-Baden sein selten gespieltes Tripelkonzert für großes Orchester und die drei Solisten am Samstag, 23. Juli, ab 20 Uhr im Renaissancehof. Mit dem Jubiläumskonzert am Freitag, 5. August, beschließen Alexander Krichel (Klavier) und die Philharmonie Pilsen mit Beethovens Klavierkonzert Nummer fünf und seiner „Schicksalssinfonie“ den Beethoven-Reigen. 

Zwischen all diesen Konzertperlen leuchten noch viele andere Pretiosen im Jubiläumsprogramm. So hat auch die Popmusik mit „Superstars live on stage“ dort Einlass gefunden. Der Singer-Songwriter Laith Al-Deen und die Big-Band der Bundeswehr rocken am Freitag, 17. Juni, die Bühne im Renaissancehof. Das Kontrastprogramm dazu liefern zwei Tage später Maurice Steger (Blockflöte) und die Bochumer Symphoniker mit ihrer Barockmusik. Wenn hier die Finger über die Blockflöte eilen, weiß man, warum Maurice Steger „Hexenmeister“ an seinem Instrument genannt wird. 

Der kleine Konzertsaal in der Unteren Orangerie verspricht besondere Konzerterlebnisse, die auch von der Nähe zwischen den Künstlern und dem Publikum leben. Ganz dicht am Geschehen ist man beim Frankfurt-Jazz-Trio, das am Samstag, 18. Juni, ab 20 Uhr mit „Our Favorite Things“ einfühlsamen Jazz rhythmisch, melodisch und harmonisch mitbringt. 

Dank der im vergangenen Sommer neu angeschafften Überdachung der Bühne im Renaissancehof sind für im Freien 22 Konzerte im Jubiläumssommer geplant. Freuen darf man sich unter fast 50 Konzerten schon jetzt auf die „Carmina Burana“ von Carl Orff, Tschaikowskis „Schwanensee“ in konzertanter Form und die „Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi. Wenn es Petrus mit dem Wetter gut mit den Schlosskonzerten meint, gibt es nur ein Konzert in der Schlosskirche: Das Ensemble „The King’s Singers“ singt sich dann durch 500 Jahre Musikgeschichte. Die sechs Herren bieten mit trocken-englischem Humor auch jede Menge Anekdoten aus ihrer über 50-jährigen Ensemble-Geschichte. 

Jede Veranstaltung hat den passenden Rahmen. So liefert die Alte Hofstube für Gitarrenklänge am Sonntag, 17. Juli, und für die „Kunst des Küssens“, der Laute und Gesang am Sonntag, 24. Juli, ebenfalls unter dem Kreuzrippengewölbe dort nachspüren, das fast schon intime Ambiente. Der „Bolero“ mit dem Göttinger Symphonie Orchester hingegen passt wunderbar auf die Limburger Domplatte. Vor dem Dom mit seinen sieben Türmen lässt sich der jährliche Ausflug der Schlosskonzerte ein Stückchen lahnabwärts ins benachbarte Limburg mit seiner ebenfalls bezaubernden Altstadt genießen. 

Der Veranstalter setzt in Sachen Corona auch weiterhin auf Vorsicht und bittet darum, die Bestätigung von 3G – entweder Testbescheinigung, Genesenenbescheinigung oder Impfbescheinigung – mit sich zu führen, damit jeder für den Fall einer Stichprobe gerüstet ist. 

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