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Spiegel und Reflektion 

Nibelungen-Festspiele: Wasserlandschaft vor dem Dom aufgebaut

von Redaktion

PogoFestival. VolovaElena.StockAdobe

Bühnenbildner Palle Steen Christensen auf Tuchfühlung mit einem der zentralen Elemente der Inszenierung bei den Nibelungen-Festspielen: dem Wasser. Foto: Rudolf Uhrig 

Jahr für Jahr stellt das Kreativteam der Nibelungen-Festspiele seine Wandelbarkeit unter Beweis. Auch 20 Jahre, nachdem Moritz Rinkes Adaption des populären Sagenstoffs den Startschuss für das jährlich im Schatten des Wormser Doms stattfindende Theaterereignis gab, wissen die involvierten Künstler mit besonderen Ideen aufzuwarten, die so in Worms noch nicht zu sehen waren. Bei der aktuellen Inszenierung „Hildensaga. Ein Königinnendrama“, die am 15. Juli Premiere feiert, wird dies eine magische Wasserlandschaft sein, die nahezu die gesamte Bühnenfläche bedeckt. Entworfen hat sie Palle Steen Christensen, der bereits 2018 bei „Siegfrieds Erben“ für das Bühnenbild verantwortlich zeichnete. 

Mythische Welt 

„Noch sieht das alles sehr technisch aus, aber es soll Magie erzeugen“, erklärt Christensen bei der Präsentation des Bühnenbilds am Montag. Im Grunde sei es ein Swimmingpool, so der Däne, doch in der in den Abendstunden stattfindenden Inszenierung werde dieser dann zum Zauberspiegel.

Drei Schauplätze soll dieser reflektieren: zunächst das vom Meer umspannte Island, dann den Dekadenz ausstrahlenden Hof der Nibelungen und schließlich eine mythische Welt, in der sich die Charaktere der Geschichte verirren. Die Funktion des Wassers soll aber laut Christensen nicht nur Projektionsfläche und Spiegel sein, sondern auch ein Areal, in dem sich die Schauspieler bewegen, mit dem sie interagieren müssen. Als Inspirationsquelle bezeichnet Christensen die populäre Serie „Stranger Things“, in der das Übernatürliche ebenfalls eine große Rolle spielt. Abgesehen von der Wasserlandschaft beschreibt der Bühnenbildner seine Aufgabe in diesem Jahr, als das kunstvolle Verbergen der technischen Aufbauten. 

Dass die Nibelungen-Festspiele in diesem Jahr mit dieser beeindruckenden Wasserlandschaft aufwarten können, ist der Kooperation mit der Firma „Well Solutions“ zu verdanken. „Wasser ist unser Element“, sagt Christian Augel, Geschäftsführer des Eicher Unternehmens, den das Konzept sofort überzeugt hatte. Sein Zehn-Mann-Betrieb hatte in gut einem Monat den Pool mit all seinen Spezialanforderungen gebaut. Rund 20 mal 12 Meter misst das mit einer schwarzen Teichfolie ausgekleidete Becken, das circa 100 Kubikmeter Wasser beinhaltet und an verschiedenen Stellen unterschiedlich tief ist. Wie bei klassischen Schwimmbädern auch, so wird das Wasser konstant umgewälzt und gefiltert, aber mit extra leisen Pumpen. Um dennoch jedes Risiko, dass diese die Aufführung stören könnten, zu vermeiden, werden sie während der Vorstellung ausgeschaltet.  

Eingestellt wird die Wassertemperatur auf 30 Grad. Was einem vielleicht zunächst etwas warm vorkommt, aber gut begründet ist. Schließlich müssen die Schauspieler mehrere Stunden lang damit interagieren und da die Aufführungen bis in die Nacht dauern, kann es dann doch recht kalt werden. 

Die Vorfreude auf die Premiere ist allen Beteiligten anzumerken. „Es ist ein Privileg, hier arbeiten zu können“, sagt Palle Steen Christensen. Hier stehe nicht der kommerzielle, sondern der künstlerische Aspekt im Vordergrund, sagt der Bühnenbildner, der ausdrücklich die gute Atmosphäre am Set hervorhebt. 

Die Nibelungen-Festspiele laufen in diesem Jahr vom 15. bis zum 31. Juli. Für einige der Aufführungen sind noch Karten erhältlich.  

 Infos gibt es hier.

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