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Von Abfallgruben und Luxusgütern  

Austern im römischen Alzey

von Redaktion

Nochmal abrocken. Foto: Jehavo/AdobeStock

Römisches Geschirr aus Alzey mit Austern, die offenbar schon vor 1800 Jahren den Menschen in Rheinhessen mundeten. Foto: Museum Alzey

Dank einer Vielzahl archäologisch erfasster Bodenfunde, weiß man mittlerweile doch so einiges über das Leben in römischer Zeit. Von großer Aussagekraft über den Alltag der Menschen vor 1800 Jahren sind dabei nicht nur Statuen und Mauerreste, sondern vor allem – Abfallgruben. Antiker Müll erzählt uns heute so einiges über den Alltag der damaligen Zeit.  

So geben etwa Speisereste Auskunft darüber, was damals unter anderem auf dem Speiseplan stand, sowohl bei Otto Normalrömer, als auch in der gehobeneren Bevölkerungsschicht. Es finden sich Reste von Obst und Getreide ebenso, wie von Tieren. Einen besonderen Rang nehmen hierbei Austern ein – damals wie heute ein Luxusgut, auch wenn die Tatsache, dass man diese Schalentiere mittlerweile selbst beim Discounter kaufen kann, dem Ganzen ein wenig von seinem Glanz nimmt. In römischer Zeit kamen Austern selbst in Alzey auf den Tisch, wie Bodenfunde aus der Volkerstadt belegen – und zwar frisch. Die Römer verstanden es vortrefflich, die Austern, es gab wohl sogar schon antike Aquakulturen an den Meeresküsten, als Massengut im frischen, also lebenden, Zustand über weitere Strecken und in so ziemlich jeden Teil ihres Imperiums zu transportieren. Die Menge der gefundenen Schalen, nicht zuletzt in Rheinhessen, belegt ein gut funktionierendes Handelsnetz ebenso, wie die große Vorliebe für diesen begehrten Meeresbewohner in antiker Zeit.

Und Austern kamen wohl tatsächlich nur in römischer Zeit so weit weg vom Meer auf den Tisch, wie deren Fehlen in (früh-)mittelalterlichen Abfallgruben nahelegt. Weshalb Austernschalen heute auch als Leitfossilien bei der Bestimmung archäologischer Fundschichten herangezogen werden.

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