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Berührende Bilder und Szenen   

Mainzer Kammerspiele inszenieren Nürnberger Prozess im Landgericht / Premiere am 28. Mai 

von Redaktion

Nochmal abrocken. Foto: Jehavo/AdobeStock

„Die Unschuldigen in Nürnbergsetzt sich mit einem der wichtigsten Prozesse der Neuzeit auseinander. Foto: Mainzer Kammerspiele 

Mit der Schauspiel-Premiere an einem ungewöhnlichen Spielort starten die Mainzer Kammerspiele in den Sommer. Das musikalische Theaterspiel „Die Unschuldigen in Nürnberg“ nach dem Tatsachenroman von Seweryna Szmaglewska lässt ab 28. Mai im Saal 14 des Mainzer Landgerichts ahnen, was der Nürnberger Prozess für alle Betroffenen damals bedeutete.  

In der Atmosphäre des Gerichtssaals entstehen aus Szmaglewskas literarisch herausragenden Texten unter Regie von Claudia Wehner berührende Bilder und Szenen. Die Produktion der Projektgruppe Sommertheater in Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Mainz, dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz, „Zeitgeist“, dem Ensemble „Theater!“ und den Mainzer Kammerspielen erinnert an einen der wichtigsten Prozesse der Neuzeit. Info und Vorverkauf unter www.mainzer-kammerspiele.de. 

Überraschende Details 

Auf den Spuren der später zu Ruhm gelangten Schriftstellerin verkörpern sie den 69. Verhandlungstag des Internationalen Militärtribunals vom 27. Februar 1946 eindringlich, präzise, in verblüffend leichtem Ton und mit überraschenden Details: Eine junge Frau wird als Zeugin der Anklage aufgerufen. Es ist erst ein Jahr her, dass ihr bei der Evakuierung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, nach 840 Tagen Kampf ums Überleben, die Flucht gelang. Nun soll sie im Land der Täter eine Aussage machen, vom Unaussprechlichen berichten; die 21 Kriegsverbrecher auf der Anklagebank zum Greifen nahe. Mit genauem Blick und in klarer Sprache berichtet diese Frau von ihrer Ratlosigkeit darüber, wie es ihr gelingen soll, auch für die zu sprechen, die nicht mehr sprechen können, über die sich unschuldig gebenden Angeklagten und das abends tanzende Internationale Militärtribunal. 

Zum letzten Mal zu sehen ist das theatralische Spiegelkabinett „Vater (Le Pére)“. Florian Zeller erzählt Anfang Mai in raffiniert verschachtelten Szenen überraschend, schräg, beängstigend, aber auch komisch und schrill vom Schicksal des alternden André. 

Die Mitte Mai aufgeführte Tragikomödie „Daniel Kehlmanns nebenan“ nach dem Film von Daniel Brühl ist ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel mit messerscharfen Dialogen und überraschenden Wendungen. Das Kammerspiel des Ensembles um Tom Peifer ist eine bitterböse Gesellschaftskomödie, die auf der Bühne ihre volle Kraft entfaltet. 

„Achtsam morden“ 

In der Bühnenbearbeitung von Karsten Dusses Bestseller „Achtsam morden“ rotieren die drei Darsteller in über einem Dutzend Rollen und sind achtsam bemüht, der rasanten Geschichte entschleunigt auf den Fersen zu bleiben – „eine humorexplosive Mischung aus Selbstfindung und Mordsvergnügen“. „Nein zum Geld“, sagt Lottogewinner Richard. Während des Abendessens erklärt er seiner Frau Claire, seiner Mutter und seinem besten Freund, warum er die 162 Millionen nicht abholen wird. Die zeitgenössische Komödie von Flavia Coste regt Ende Mai zum Nachdenken an über die Macht des Geldes und die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen. 

In die Welt des Balletts entführt das Team von Stephen Delattre Anfang Mai mit „Frankenstein“, nach dem Roman von Mary Shelley. Die Delattre Dance Company zeigt nach der Premiere im April mit dem Klassiker der Weltliteratur ein furioses Spektakel um zerbrochene Menschlichkeit, Andersartigkeit und Einsamkeit – Themen, die heute aktueller denn je erscheinen. 

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