VRM Wochenblätter

Wer schreibt, der bleibt  

Geheimnisvolle Buchstaben

von Redaktion

Nochmal abrocken. Foto: Jehavo/AdobeStock

Welche Inschrift die Buchstaben letztlich ergeben, ist offen. Foto: Museum Alzey

Wer schreibt, bleibt. Diese Weisheit wurde bereits in der Antike beherzigt, wovon eine Flut von Inschriften aus längst vergangenen Tagen zeugt, die sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Erinnert sei hierbei nur an den sogenannten „Nymphenstein“, die steingewordene „Geburtsurkunde“ von Alzey. Doch neben den in Stein gemeißelten Inschriften kannte die römische (und natürlich die griechische) Antike noch andere Formen des vermeintlich dauerhaften „Schreibens“: Die Verwendung von Metall-Lettern, die möglichst öffentlichkeitswirksam als Inschriften zusammengefasst und platziert wurden. Mal waren sie massiv gegossen – gerne in Bronze – mal wurden sie aus Metallbarren mit dem Hammer getrieben. Sei es in eine Form, über einer Vorlage oder auch schon einmal mehr oder weniger Freihand.  

Ein schönes Beispiel sind mehrere dünne getriebene Bronzebuchstaben sowie zwei rechtwinklige getriebene Zierbleche mit floralem Muster und ein blattförmiges Blättchen, die allesamt heute im Depot im Keller des Schönborner Hofs in Mainz ihr Dasein fristen. Gefunden wurden sie auf einem Brandfleck in der Nordwestecke des Kastells, stammen aber aus der Zivilsiedlung, dem Vicus, und wurden bei den Ausgrabungen 1981 entdeckt. Die zumindest aus dem vierten Jahrhundert stammenden Buchstaben sind 6,8 bis 7,5 Zentimeter hoch, die Zierbleche haben eine Seitenlänge von 11 Zentimetern.

Alle Einzelteile besitzen kleine Löcher, die so klein sind, dass sie nur auf organischem Material wie Leder oder Stoff aufgenäht gewesen sein können. Holz scheidet also aus, wird aber bei anderen Buchstabenfunden durchaus in Betracht gezogen. Der gesamte Fund lag zusammengefaltet auf besagtem Brandfleck. Dadurch wird die Annahme einer biegsamen Unterlage nochmals gestützt. 

Eine ursprüngliche Buchstabenreihenfolge zu ermitteln, war bei der Ausgrabung nicht möglich. 16 Buchstaben sind erhalten, daneben wohl die Fragmente von 14 weiteren, bei denen man vermuten kann, um welche Buchstaben es sich handelt(e). Die Inschrift war wohl auch von Zierblechen und kleinen Zierplättchen eingefasst. 

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