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Kunst unter der Lupe beim 50. Open Ohr Festival    

An Pfingsten findet das 50. Open Ohr Festival statt 

von Redaktion

Nochmal abrocken. Foto: Jehavo/AdobeStock

Zur 50. Auflage des Festivals werden erneut zahlreiche Besucher erwartet. Archivfoto: Tim Würz

Das 50. Open Ohr Festival findet vom 17. bis 20. Mai auf der Zitadelle statt. Unter dem Titel „Kunst, Kritik, Krawall“ will die Freie Projektgruppe beleuchten, was Kunst und Kultur für eine demokratische Gesellschaft bedeuten. In zahlreichen Veranstaltungen setzt sich das Festival unter anderem mit der Rolle der Kunst als Spiegel der Gesellschaft, als politisches Instrument oder als emotionales Ventil auseinander. 

Gesellschaftspolitische Themen

„Seit nun einem halben Jahrhundert bearbeiten wir mithilfe von Musik, Theater, Film, Kabarett, Tanz und Literatur gesellschaftspolitische Themen. Doch noch nie haben wir die Kunst selbst unter die Lupe genommen. Höchste Zeit, dies zum Jubiläumsfestival zu machen!“, so Lena Stojšic, Mitglied der Freien Projektgruppe. In Podiumsveranstaltungen sollen Antworten auf die Frage gefunden werden, was Kunst und Kultur für die demokratische Gesellschaft leisten können und ob wir genug für die Kunst tun.

Das Podium „Das wird man ja wohl noch angucken dürfen!?“ stellt beispielsweise die Frage nach der Trennung von Künstlern und Werk. Doch auch auf dem Jubiläumsfestival soll nicht nur über die Kunst geredet, sondern auch Kunst erlebt werden.

Kavka, Fiva und Pamela Badjogo

Politisch wird es auf der Hauptbühne am Freitag mit „Kafvka“ aus Berlin. Mit „Alle hassen Nazis“ haben sie einen Hit für alle Veranstaltungen gegen Rechts geliefert. Der Freitag wird durch „Fiva“ und ihren außergewöhnlichen Sprechgesang, ihre klugen Texte und die positive Ausstrahlung abgerundet. Am Festivalsamstag bringt „Pamela Badjogo“ die Nacht zum Leuchten und Tanzen. Als erklärter Feminist behandelt „Conny“ Geschlechterrollen, Männlichkeit, Kapitalismuskritik und das Leben in einem System, das auf all diesen Säulen aufgebaut ist. 

Musik von Botticelli Baby, Liser und Dives

Am Sonntag wird das Publikum erfahren, was es heißt, sich eine Dröhnung „Botticelli Baby“ zu geben. Auf der Bühne am Drususstein zeigt „Liser“ dass, wenn man schon nicht vor Gefühlen weglaufen kann, wenigstens dazu getanzt werden muss. Mit einer Kampfansage gegen gesellschaftliche Unstimmigkeiten präsentieren sich „Dives“. 
Der Kulturverein „EinKlang“ kommt mit einem groovigen DJ-Set. Außerdem wird auch in diesem Jahr der Drususstein als Newcomer-Stage fungieren. Die Festivalbesucher dürfen sich auf „The Rhino“, ein Improvisationsspekatel von „Das Günther“, „Culk“ mit Shoegaze/Post-Punk sowie viele weitere Acts freuen. Auch das Theater wird sich intensiv mit dem Festivalthema auseinandersetzen. Am Sonntag wird „antagon theateraktion“ mit „Packages” eine Choreografie präsentieren, die sich mit der Absurdität von Büroarbeit auseinandersetzt. Weiterhin wird das Nationaltheater Mannheim mit „Der Wal” ein interaktives Musiktheaterstück präsentieren. 

Kabarett und Lesungen

Mit einem brachialen Bauchklatscher springt Jakob Schwerdtfeger in die Welt der Kunst und liefert den optimalen Einstieg in das Festivalthema im Bereich Kabarett. Außerdem kehrt die Mixshow zurück, bei der sich Newcomerinnen das Mikrofon in die Hand geben. Es werden auch mehrere Lesungen stattfinden. Kai Degenhardt wird aus seinem Buch „Wessen Morgen ist der Morgen – Arbeiterlied und Arbeiterkämpfe in Deutschland“ vorlesen und einige der Arbeiterlieder anstimmen, um dabei das kulturelle Erbe von fast zwei Jahrhunderten nachzuzeichnen.

Filmprogramm

Eine Tradition ist das Filmprogramm. Zu sehen ist auch der Stummfilm „Der Mann mit der Kamera“, der vom Gramm Art Project auf dem Drususstein musikalisch unterlegt wird. Der Film zeigt den Tagesablauf einer großen sowjetischen Stadt, montiert aus Moskau, Kiew und Odessa. Zum 50-jährigen Bestehen des Festivals wird es besondere Veranstaltungen sowie mit der Jubiläumsbox auch einen zusätzlichen Veranstaltungsort geben, an den sich eine eindrucksvolle Skulptur, die „Ohrase“, anschließen wird. Außerdem werden Filme präsentiert, die die Menschen hinter den Kulissen zeigen, aber auch die Besucher vor das Mikro bringen. 

Mit der Reihe Zeitkapseln wird ein Schlaglicht auf besonders bedeutende Festivalthemen der letzten 50 Jahre geworfen. 

Tickets

Eintrittskarten gibt es unter www.adticket.de/Open-Ohr-Festival.html, ausführliche Programminfos unter www.openohr.de. Weitere Infos findet man auch im aktuellen Mainzer Wochenblatt.

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