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Auf Reisen mit Adriana Altaras    

23. Wiesbadener Literaturtage an verschiedenen Orten in der Stadt    

von Redaktion

Nochmal abrocken. Foto: Jehavo/AdobeStock

Die Gastgeberin der Literaturtage, Adriana Altaras, ist erfolgreiche Autorin, Schauspielerin und Opernsowie Theaterregisseurin. Archivfoto: Gene Glover

Von Kroatien über Italien bis nach Berlin: Als Gastgeberin der 23. Wiesbadener Literaturtage, die vom 3. bis zum 9. September an verschiedenen Orten der hessischen Landeshauptstadt stattfinden, nimmt uns Adriana Altaras mit auf eine Reise durch ihre bewegte Biografie. Das Programm spiegelt in seinem Facettenreichtum die verschiedenen Einflüsse und Inspirationen, Interessen und Expertisen Adriana Altaras wider und thematisiert dabei auch gesellschaftspolitische Diskurse über Flucht, Migration und Demokratie. 

Was ist Heimat?

„Ich werde oft gefragt: Was ist ihre Heimat Frau Altaras? Dann fange ich an aufzuzählen“, so die Autorin. Das von Adriana Altaras kuratierte Programm erlaubt Besucherinnen und Besuchern die erfolgreiche Autorin, Schauspielerin und Opern- sowie Theaterregisseurin auf eine ganz besondere Art und Weise – nämlich über ihre Gäste – kennenzulernen.

Seit 1986 ermöglicht das Kulturamt als Ausrichter der Wiesbadener Literaturtage einen spartenübergreifenden Austausch, der alle zwei Jahre renommierte Persönlichkeiten in die Stadt führt. Zum Auftakt der Literaturtage gestaltet die Sängerin, Schauspielerin und Autorin Barbara Spitz am Sonntag, 3. September, eine musikalische Solo-Show im thalhaus. Ihr melancholisch anmutendes Programm mit dem Titel „Liebesg’schichten und Todessachen“ stimmt thematisch auf Adriana Altaras Lesung am nächsten Tag ein. Am Montag, 4. September, liest die Autorin im Wiesbadener Kulturforum aus ihrem aktuellen Roman „Besser allein als in schlechter Gesellschaft“, der von ihrer 101 Jahre alten Tante erzählt. 

Tragisches, Komisches und die Frage nach der Herkunft

Die Bedeutung der Familie steht am Dienstag, 5. September, bei der Lesung mit Lena Gorelik aus „Wer wir sind“ und mit Maxim Leo aus „Wo wir zuhause sind“ im Zentrum. Adriana Altaras hat die beiden Autoren wegen ihres besonderen Gespürs für das Tragische und das Komische ins Literaturhaus Villa Clementine eingeladen, was mit ihren jüdischen Wurzeln in Verbindung stehe. Im Gespräch mit der Moderatorin Mirjam Wenzel vom Jüdischen Museum in Frankfurt geht es daher um die Suche nach eben dieser jüdischen Identität. Die Frage nach der eigenen Herkunft beschäftigt auch Maryam Zaree in ihrem mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichneten Dokumentarfilm „Born in Evin“, in dem sie die Hintergründe ihrer eigenen Geburt im Jahr 1983 im politischen Gefängnis von Evin im Iran erforscht. Am Mittwoch, 6. September, sind die Dokumentation sowie ihr neuester Film „Aus meiner Haut“ in der Caligari Filmbühne zu sehen. Zusammen mit Adriana Altaras spricht Maryam Zaree über ihre Arbeit als Schauspielerin und Regisseurin in der noch immer männerdominierten Filmwelt. 

„Schwarz.Deutsch.Weiblich.“: Struktureller Rassismus

Mit strukturellem Rassismus, wie Schwarze und vor allem schwarze Frauen ihn in Deutschland erleben müssen, beschäftigt sich Natasha A. Kelly in ihrem Sachbuch „Schwarz. Deutsch. Weiblich. Warum Feminismus mehr als Geschlechtergerechtigkeit fordern muss“ am Donnerstag, 7. September, im Literaturhaus. Die Autorin ist auch am Vorabend im Rahmen einer Kooperation der Wiesbadener Literaturtage mit dem Hessischen Literaturforum im Frankfurter Mousonturm zu Gast. Am Freitag, 8. September, performt Zoran Terzić, der an Adriana Altaras Wurzeln im Balkan anknüpft, auf der Bühne des Literaturhauses und sprengt alle Erwartungen, die diese Räume an ihn richten könnten. Im Anschluss spricht er mit der Berliner Lyrikerin Ann Cotten über seine Arbeit. 

Beziehung zwischen Musik und Literatur

Zum Ausklang der 23. Wiesbadener Literaturtage widmet sich die Abendveranstaltung am Samstag, 9. September, der Beziehung zwischen Musik und Literatur. Die Gastgeberin Adriana Altaras reflektiert im Gespräch mit dem Dramaturgen Wolfgang Behrens über ihre Arbeit als Theater- und Opernregisseurin und offenbart, wieso gerade die italienische Oper einen besonderen Platz in ihrem Herzen hat. Zur musikalischen Untermalung lassen Eleonora Vacchi und Marc Olivier Oetterli, begleitet von der Pianistin Christine Domnick, eine Kostprobe italienischer Opernarien erklingen. 

Das ausführliche Programm liegt aus und ist auch online verfügbar unter www.wiesbaden.de/literaturtage. Über die Homepage läuft ebenfalls der Online-Vorverkauf. Karten gibt es auch bei der Tourist Information, Telefon 0611 – 1729930.

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